Archiv fürOktober 31, 2007

Die Siamkatze gestern und heute

Unbestreitbar war und ist eine Siamkatze eine elegante Katze, hochbeiniger und schlanker als eine durchschnittliche Hauskatze. Ebenso unbestreitbar ist allerdings, dass eine Entwicklung im Aussehen stattgefunden hat. Das diese Entwicklung NICHT einem geänderten Standard zuzuschreiben ist, ist dem Artikel über die Siamstandards zu entnehmen.

Bis in die 1960er Jahre sahen die meisten Siamkatzen in etwa so aus:

Siam of Romeo

Siamkatze blue-point

purr pym yum

Vor allem in Deutschland hielt sich dieser Typ sogar bin in die späten 70er Jahre, obwohl man auf Ausstellungen schon die ersten extremeren Tiere sah.

In Amerika war der Typ bereits eleganter, allerdings waren die Augen runder und die Ohren höher gesetzt.

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Typ Deutschland 70er Jahre
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Dann ging die Entwicklung mit großen Schritten weiter. Durch die modernen Medien und Kommunikationsmöglichkeiten, wie Internet etc., sowie die immer preiswerteren Möglichkeiten Länder- und Kontinentsgrenzen zu überwinden, wurde der Typ der Siamkatzen schnell extremer. Dauerte es früher z.T. Jahre, bis ein besonders schöner Deckkater über die Landesgrenze hinaus berühmt wurde (oft erst durch seinen Nachwuchs), so gab es nun die Möglichkeit, Tiere, die den Hoffnungen und Wünschen der Züchter entsprachen, schnell bekannt zu machen. Ein reger Austausch fand statt und die Rasse veränderte sich viel schneller als in den Jahren davor.

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Maytime Landucci (links, Großbritannien, Ende der 70er Jahre)
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Gr.Ch. Chaiross Ariel* {SIA b M} GCCF NS 028056 5 May 1976
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Gr.Ch. Chaiross Sasha* {SIA b M} GCCF CS 356244 7 Nov 1996
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Nun noch ein Einschub der Entwicklung in Amerika:
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Und moderne Showtiere aus den Jahren ab 2005
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Tintally Mafed Esquire
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Gr. Pr. Tianlex Full Monty

Da sich über Geschmack bekanntlich streiten lässt und zum Glück nicht alle Menschen den selben Geschmack haben (dann wäre die Welt um viele Nuancen ärmer!), gibt es auch heute noch verschiedene Typen der Siamkatze. So ist für jeden Geschmack etwas dabei und jeder kann „Seinen“ Siamesen finden. Denn erstens haben nicht alle Züchter diese Entwicklung mitgemacht und auch heute noch gibt es Züchter, die gemäßigtere Siamkatzen züchten und die Thaikatze, die dem Typ vor 1960 entsprechen soll, ist als neue, eigenständige Rasse entstanden. AberAchtung, wie ich auf der auch entstehenden Thaikatzenseite noch ausführen werde, handelt es sich nicht bei jeder Thaikatze auch tatsächlich um eine Siamkatze!

Wer mehr Fotos zu diesem Thema sehen möchte, kann sie auf den Seiten (rechts in der Leiste zum anklicken) mit den Siamkatzen der verschiedenen Zeiten finden.

Siamkatzensprache

Katzensprache

Die Lautsprache der Katzen:

Miauen: Katzen können mit ihrem Miauen vieles ausdrücken: sie fordern Futter, beklagen ihre Einsamkeit, fragen, ob jemand die Tür nach draußen öffnet oder teilen mit, daß etwas passiert ist. Eine Siamkatze hat ein besonders ausgeprägtes Tonrepertoir. So antworten Siamkatzen fast immer, wenn sie angesprochen werden. Ihre Stimmen können sehr laut sein und an das Schreien eines Babys erinnern. Kleine Kätzchen miauen kläglich, wenn sie von ihrer Mutter verlassen werden; unzufriedene Katzen miauen unwirsch vor sich hin; hungrige Katzen miauen, um ihren Besitzer zum Auffüllen des Futternapfes zu bewegen. Missgefallen drücken Siamesen häufig mit einem „A-a-a-a“ aus, dass an das Schnattern erinnert, das eine Katze macht, wenn sie einen Vogel sieht.

Das Miauen der Katzen ist nur für die Kommunikation mit dem Menschen gedacht – Katzen untereinander miauen sich sehr selten an.

Schnurren sagt: „Ich fühle mich wohl.“ Katzenmütter schnurren z.B. um ihre Babys zu beruhigen, es kommt sogar vor, dass kranke Katzen oder Katzen in Angstsituationen, z.B. beim Tierarzt schnurren, um sich selbst zu beruhigen.

Fauchen, Spucken und Grollen sagt: „bleib mir vom Leib!“ und wird sowohl bei Artgenossen als auch gegenüber dem Menschen eingesetzt. In beiden Fällen bedeutet es, dass die Katze ihr Gegenüber auf Abstand halten möchte.
Katzen fauchen, wenn sie Angst haben und sich in die Enge getrieben fühlen.

Gurren ist die „Plaudersprache“ der Katze. Es wird genau wie das Miauen in vielen unterschiedlichen Lebenslagen angewendet, ist aber ausnahmslos freundlich gemeint. Am häufigsten hört man das Gurren, wenn eine Mutterkatze mit ihren Babys spricht. Manchmal gurren Katzen untereinander um sich zur gegenseitigen Fellpflege oder zum Kuscheln aufzufordern. Oft begrüßen sie so auch den ihnen vertrauten Menschen oder versuchen, ihn dadurch zum Spielen zu animieren.

Schnattern: Hat Ihre Katze schon mal einen Vogel am Fensterbrett gesehen? Katzen beginnen dann (vielleicht aus Frustration weil sie den Vogel nicht erreichen können?) regelrecht zu schnattern oder quaken.

Die Körpersprache der Katzen:

„Bleib weg“

Eine zuckende Schwanzspitze signalisiert, hier paßt etwas nicht. ZB. „An dieser Stelle will ich nicht gestreichelt werden.“ Wird dieses Zeichen übersehen, beginnt sie meist bald wild mit dem Schwanz zu schlagen. Spätestens jetzt sollte man sich besser vorsehen.

Die Ohren sind in der Abwehrhaltung seitlich weggeklappt. Die Pupillen der Katze sind deutlich vergrößert. Die Schnurrhaare liegen eng an. Unter Umständen ist das Maul ein wenig geöffnet, so dass die Zähne sichtbar werden. Die Hinterbeine sind leicht eingeknickt; der Kopf wird gesenkt getragen.Jetzt ist höchste Alarmstufe!

Angst drücken Katzen dadurch aus, dass sie sich möglichst klein machen oder verkriechen. Sie kauern sich zusammen, legen die Ohren zurück und Fauchen auch eventuell. Laufen sie davon, tun sie das ganz flach am Boden. Wenn Katzen Angst haben und in die Enge getrieben werden, gehen sie zum Angriff über – siehe oben.

„Ich hab dich lieb“

Wenn Sie nach Hause kommen, kommt Ihre Katze Ihnen mit hochaufgerichtetem Schwanz entgegen – sie begrüßt Sie . Meist erzählt die Siamkatze dabei mit einer Sammlung an Tönen, in die man, wenn man will hineininterpretieren kann, dass sie erzählt, was sie in der Zeit erlebt hat, die sie alleine verbracht hat. Will sie gestreichelt werden, reibt sie den Kopf an Ihrer Hand (=Köpfchengeben) oder streicht um Ihre Beine herum. Siamkatzen denen es erlaubt wurde, versuchen auch in den Arm oder auf die Schulter zu springen.

Interesse: Die Ohren sind hochaufgerichtet und nach vorn gedreht – unterstützt wird diese Pose von nach vorn gerichteten, breit gefächerten Schnurrhaaren.

Wenn Ihre Katze sich einfach wohl fühlt, sitzt oder liegt sie mit leicht nach vorn und nach außen gerichteten Ohren da – alles in allem, ein freundlicher, entspannter Ausdruck. Die Vorderbeine werden lässig vor der Brust eingerollt oder (bei einer Seitenlage) räkelnd ausgestreckt. Dreht sich Ihre Siamkatze nun sogar auf den Rücken und präsentiert uns auffordernd ihr Bäuchlein, sind Wohlbefinden und Entspannung perfekt. Zum absoluten Wohlfühlen genießen Siamkatzen gern die Nähe ihres Menschen. Und da ist totale Anschmiegsamkeit zu sehen, die Katze „fließt“ richtig an ihren Menschen, möglichst keinerlei Lücke zwischen ihrem Körper und dem des Menschen lassen.

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